Ran an den Speck: Abriss in Rekordzeit
Alte Produktionshallen der Pumpenfabrik fallen dem Bagger zum Opfer/Ein neues Wohnbaugebiet entsteht
Hilpoltstein (HK) - Die einstigen Produktionshallen der Hilpoltsteiner Firma Speck-Pumpen werden derzeit abgebrochen und es entsteht ein neues Wohngebiet. Vier der insgesamt 16 Plätze sind bereits verkauft und schon Ende September könnte der Grundstein für das erste Einfamilienhaus gelegt werden.
Gestern Vormittag haben die Bagger auf dem Gelände an der Hilpoltsteiner Lohbachstraße mit dem Abbruch der ersten Halle begonnen. In nur zwei Wochen steht hier keine Mauer mehr. Dann werden alte Pflaster und Asphaltdecken abgetragen und die Fläche für die spätere Bebauung vorbereitet.
Auf insgesamt 10500 Quadratmetern entstehen 16 Grundstücke mit einer Größe zwischen 520 und 920 Quadratmetern. Der Quadratmeterpreis beträgt rund 160 Euro.
„Bereits mit dem Bau der neuen Produktionshalle im Gewerbegebiet Sindersdorf haben wir mit der Planung für das Wohngebiet begonnen“, sagt Thomas Winter, der Geschäftsführer der Hilpoltsteiner Firma Speck-Pumpen, dem das Areal gehört. „Ich bin froh, dass die Genehmigung steht, dass mit dem Abriss begonnen werden kann.“
Wer an einem Grundstück Interesse hat, sollte sich beeilen: Für weitere vier Grundstücke liegen bereits Reservierungen vor.
Speck macht Atomreaktoren sicherer
Hilpoltstein (HK) -
Die Hilpoltsteiner Firma Speck Pumpen hat nach der Katastrophe in Fukushima in Rekordzeit ein Notfallsystem für Kühlwasserkreisläufe in Kernkraftwerken entwickelt.
Am heutigen Freitag werden die ersten zwei Systeme nach Japan geflogen. "Wir möchten, dass ein GAU wie in Fukushima nicht noch einmal passieren kann", sagt Thomas Winter, der Chef der Hilpoltsteiner Firma Speck.
Die Berichte über Fukushima haben Winter aufgeschreckt. "Ich habe mir überlegt, wie man helfen könnte", sagt er rückblickend. Allerdings hatte sich die Hilpoltsteiner Firma bislang weder mit Kühlkreisläufen geschweige den mit Kernreaktoren auseinandergesetzt. "Also haben wir uns mit Areva, eine der führenden Kernkraftwerksunternehmen, in Verbindung gesetzt, um gemeinsam die nötigen Spezifikationen auszuarbeiten", sagt Oliver Knorr von der Firma Speck.
Die Pumpenfabrik musste erst einmal in Vorleistung gehen, denn niemand kauft ein Produkt, das es nur in den Köpfen der Ingenieure gibt. "Also haben wir mit enormer Entwicklungsarbeit innerhalb von zwei Monaten ein lauffähiges System auf die Beine gestellt", so Winter. Dann kamen zwei Vertreter des japanischen Kraftwerksbetreibers Cepco (nicht der Betreiber Tepco des Reaktors in Fukushima) nach Hilpoltstein, um sich das System anzusehen – und haben sofort zugesagt.
Danach liefen nicht nur die Weiterentwicklung, sondern auch die Fertigung der ersten Aggregate auf Hochtouren. Am Mittwoch schließlich wurde das Gesamtsystem von Vertretern der Firma Cepco und des Kerntechnikunternehmens Areva abgenommen. Jede noch so kleine Schraube wurde begutachtet, jede verlegte Leitung hinterfragt, jeder mögliche Einsatz in der Theorie durchgespielt. Doch damit nicht genug, das von Speck auf den Namen Hydromobil getaufte Aggregat musste seine Leistungsfähigkeit auch auf dem Prüfstand unter Beweis stellen. "Und wir sind damit sehr zufrieden", ließ ein Vertreter von Cepco für die Presse übersetzen.
Noch am Mittwoch wurden die 2,3 Tonnen schweren Aggregate verpackt, um heute per Luftfracht ihre Reise nach Japan anzutreten. Ziel sind die beiden 460 beziehungsweise 820 Megawatt starken Siedewasserreaktoren in Shimane, rund 1200 Kilometer westlich von Tokyo. "Hier arbeitet die Firma Cepco derzeit an einem erdbebensicheren Bauwerk, in dem die Aggregate untergebracht werden sollen", erklärt Winter. Nach Abschluss der Arbeiten, voraussichtlich im September diesen Jahres, werden Techniker der Firma Speck die beiden Systeme in Shimane in Betrieb nehmen. Und schon ein weiterer Auftrag liegt vor: Für den dritten, 1370 Megawatt starken Reaktor in Shimane, der sich derzeit im Bau befindet.
"Jedes System wird von uns ganz genau auf den jeweiligen Reaktor zugeschnitten", sagt Winter. "Das Aggregat muss optimal abgestimmt sein, um den Kühlkreislauf wirklich aufrechterhalten zu können." Das Aggregat ist zwar nicht auf Dauerbelastung ausgelegt, "aber es kann ohne Weiteres ein halbes oder auch ganzes Jahr die Arbeit übernehmen, bis das eigentliche Kühlwassersystem wieder intakt ist", so Winter.
Er hofft jetzt auf weitere Aufträge. "Denn wir wollen nicht nur die Kraftwerke in Shimane, wir wollen die Reaktoren weltweit ein Stück sicherer machen", sagt Winter.

Vertreter des Kraftwerkbetreibers Cepco in Shimane sowie des Kerntechnikspezialisten Areva unterziehen das Spezialaggregat der Firma Speck Pumpen im Prüflabor einem Härtetest - Foto: Bader
Quelle: Donaukurier | Kai Bader
Speck-Gelände wird attraktives Baugebiet
Auf dem ehemaligen Werksgelände von Speck Pumpen entsteht ein attraktives, altstadtnahes Wohngebiet mit 16 Einfamilienhäusern.
Hilpoltstein (rok) - Der Weg für ein attraktives, altstadtnahes Baugebiet auf dem ehemaligen Speckgelände ist frei. Der Stadtrat billigte am Donnerstagabend einstimmig den überarbeiteten Bebauungsplan.
„Die Änderungen führen dazu, dass man wesentlich freier bauen kann“, sagte Bürgermeister Markus Mahl (SPD). Durch die vom Landratsamt angeregten Änderungen sei es jetzt auch möglich, ein Null-Energie-Haus zu bauen. Während die Altlasten auf dem ehemaligen Industriegelände an der Lohbachstraße laut Mahl unproblematisch sind, sei die Situation in Sachen Lärmschutz noch nicht endgültig geklärt. Ein Lärmschutzwall zum Lohbach hin und eine 3,5 Meter hohe Wand darauf sollen den Lärm vom gegenüber liegenden Freibad abhalten. Genaue Berechnungen übe die Höhe vom Wall und Wand laufen noch.
Das Baugebiet war schon lange in der Diskussion. Noch zu Zeiten von Bürgermeister Helmut Neuweg lagen erste Pläne des Eigentümers vor, die noch eine reine Kettenhaus-Bebauung mit 36 Häusern vorsah. Die Mehrheit lehnte diese Pläne von „Neuweg-City“ ab. Der jetzige Bebauungsplan wird wieder öffentlich ausgelegt, die Behörden beziehen erneut Stellung. Gibt es keine Einwände, kann die Satzung beschlossen und ein Erschließungsvertrag unterzeichnet werden. Der Eigentümer bietet die Baugrundstücke zwischen 520 und 920 Quadratmetern schon jetzt zum Verkauf an.
Laut Stadtbaumeister Thomas Stark sind nach dem jetzigen Plänen zwei Haustypen vorgesehen: Entweder Erdgeschoss plus Dachgeschoss mit einer maximalen Kniestockhöhe von 50 Zentimetern oder zweigeschossig (Erdgeschoss plus 1). Erlaubt sind Sattel und Pultdächer, nur bei den Garagen ist ein Flachdach vorgeschrieben. Auch die Kettenhäuser müssen jeweils gleich gebaut sein. Ansonsten sind die Vorschriften relativ weit gefasst, um den Bauherren viele Freiheiten zu lassen.
Stadtrat Michael Greiner (FW) kritisierte einen „Mischmasch“ und forderte, Zisternen zur Vorschrift zu machen. Die Verwaltung sieht hier allerdings Probleme, weil es sich nicht um ein städtisches, sondern ein privates Baugebiet handelt. Mahl versprach, diesen Punkt noch zu klären. Sollte es möglich sein, werde man Zisternen vorschreiben.
„Wir begrüßen sehr, dass der Bebauungsplan flexibler ist“, sagte Christiane Rodarius (SPD). Damit könnte man das Baugebiet auch offensiv bewerben. „Das Baugebiet wird ein attraktives sein, nahe der Altstadt.“
Die Krise als Chance
Hilpoltstein (HK) - Die Krise ist auch im Landkreis Roth angekommen. Aber so schwarz wie manche Wirtschaftsweise sehen viele Betriebe die Lage nicht. Gerade Mittelständler kommen oft ungeschoren weg, manche profitieren sogar, sofern sie nicht in der Autobranche tätig sind.
"Man muss differenzieren", sagt Karl Scheuerlein, Geschäftsführer der Unternehmerfabrik Landkreis Roth. "Der Baubranche zum Beispiel geht es richtig gut." Auch an den Bereichen Konsum, Lebensmittel, Medizintechnik und erneuerbare Energien wirke sich die Krise nicht negativ aus. Kleinmittelständische Unternehmen, die breit aufgestellt seien oder sich mit manchen Produkten spezialisiert hätten, würden kaum Auswirkungen spüren. Die Stimmung sei zwar nicht positiv, aber keinesfalls trübsinnig.
"Die Krise ist auch bei uns angekommen, aber der starke Einbruch ist bisher an uns vorüber gegangen", sagt Thorsten Völker, Sprecher der Geschäftsleitung der Firma Bayka in Roth. Das Unternehmen mit 250 Mitarbeitern am Standort produziert zwar Kabel, aber nicht wie Leoni für Autos, sondern vor allem für die Bereiche Telekommunikation und Energieversorgung. Das sind derzeit keine Krisenbranchen. "Kurzarbeit ist noch kein Thema bei uns", sagt Völker, "aber wir stehen in Diskussion mit der Belegschaft." Für März und April schließt der Bayka-Sprecher Kurzarbeit aus, wie es danach weitergeht, möchte er nicht prognostizieren. "Die
Unsicherheit ist überall da, eine reduzierte Nachfrage ist schon zu spüren."
Wann die Talsohle erreicht ist, weiß auch Thorsten Völker nicht. "Wir hören jeden Tag neue Zahlen." Aus der Politik und aus den Medien. "Die Zahlen deuten nach unten", räumt Völker ein, "aber ab welchem Niveau wird es gefährlich" Manches sei sicher nur eine Bereinigung von Fehlentwicklungen. Das größte Problem sieht Völker in der Bankenlandschaft. Die sei leider noch nicht so stabil, dass sie zur Beruhigung des Marktgeschehens beitragen werden.
"Wir können froh sein, dass wir unsere regionalen Banken haben", sagt Karl Scheuerlein von der Unternehmerfabrik. "Einige Ansiedlungen laufen mit Hochdruck." Wer expandieren wolle, tue dies – auch jetzt. Ein großer Autologistiker habe sein Ansiedlungsvorhaben allerdings auf Eis gelegt, ansonsten sei der Landkreis gut aufgestellt.
Man profitiere von der Lage im Speckgürtel der Metropolregion Nürnberg. Aus dieser Region kommen die meisten ansiedlungswilligen Betriebe. Sie schätzten, so Scheuerlein, die gute Infrastruktur des Landkreises und das vorhandene reichhaltige und qualifizierte Mitarbeiterpotenzial. "Wir haben viele qualifizierte Facharbeiter und Spezialisten, die bislang täglich nach Nürnberg, Fürth, Erlangen sowie nach Ingolstadt und in die Oberpfalz pendeln und ansiedlungswilligen Firmen auch im Landkreis Roth zur Verfügung stünden. Aktuell betreuen wir drei Firmen, die ihre Betriebsstätten im Osten auflösen und sich auf Grund unserer Standortvorteile wieder auf die Region konzentrieren und zurückkommen möchten",
sagt Scheuerlein.
Vorteile, die vielen erst in der Krise klar werden. Manche Unternehmer gehen sogar noch einen Schritt weiter. Sie sehen die Krise als Chance, wie Wolfgang Krüger, Geschäftsführer der Firma Speck-Pumpen Walter Speck GmbH & Co. KG in Roth. "Wir haben nun jahrelang zweistellige Zuwachsraten eingefahren, und nähern uns jetzt wieder normaleren Werten. Aktuell schulen wir unsere Mitarbeiter und versuchen mit innovativen Produkten neue Märkte zu erschließen. Nach einer zu erwartender Marktbereinigung, werden wir gestärkt aus der Krise hervorgehen und uns für die nächsten Jahre zukunftsfähig ausgerichtet haben."
Von der Wirtschaftskrise betroffen und gleichzeitig nicht betroffen ist Keller & Kalmbach: Der Konzern hat laut Pressesprecher André Kranz für rund 250 Mitarbeiter Kurzarbeit angemeldet, "so für vier bis fünf Monate". In Hilpoltstein aber bleibe alles beim Alten. "Zurzeit läuft noch immer der Innenausbau im Zentrallager", sagt Kranz, Schritt für
Schritt gehe es ab April an die Inbetriebnahme.
"Wir haben einen Auftragsrückgang von 15 bis 20 Prozent, sagt dagegen Thomas Triltsch, Geschäftsführer der Hilpoltsteiner Firma Kegler. Die stärksten Einbrüche verzeichnet er im Automobilsektor aber auch im allgemeinen Maschinenbau. Weniger wirkt es sich bislang auf die Medizin- und die Luftfahrttechnik aus.
Kegler hat vorsorglich Kurzarbeit für rund zehn Prozent seiner Arbeiter angemeldet, aber noch sind alle ganz normal im Dienst. "Wir sehen diese Anmeldung eher als Sicherheitsventil."
Triltsch ist überzeugt, dass die Talsohle der Krise erreicht ist. "In der Automobilindistrie gehe ich nach Gesprächen mit den Firmen davon aus, dass es in der zweiten Jahreshälfte wieder aufwärts geht."
Ganz entgegen des Trends in anderen Firmen läuft der Betrieb bei Speck-Pumpen auf Hochtouren. "Wir haben zwar bei Pumpen für den Containerschiffsbau leichte Lieferverschiebungen, aber unsere Auftragsbücher sind für 2009 und 2010 gut gefüllt", sagt Geschäftsführer Thomas Winter. "Wir hatten im Januar und Februar zweistellige Zuwachsraten."
Speck helfe vor allem die Speziallisierung auf Pumpen, die nicht in Serie hergestellt werden können. "Wir bieten Nischenprodukte, die immer wieder neu berechnet und neu angepasst werden müssen – und wir fahren damit sehr gut." Winter rechnet zwar mit einem Anhalten der Krise bis Mitte oder Ende des zweiten Quartals, ist aber fest davon überzeugt, dass sie an Speck vorbeigeht. Von Kurzarbeit ist bei Speck keine Rede. "Ganz im Gegenteil, wir suchen derzeit Leute, schalten Stellenanzeigen."
Mit Volldampf aus der Krise
Das Jahr 2006 hat für das renommierte Hilpoltsteiner Unternehmen Speck Pumpen denkbar schlecht begonnen: Es schlitterte in die Insolvenz. 2009 wird sehr gut beginnen: Am neuen Firmengelände florieren die Geschäfte und die Existenzangst der Mitarbeiter ist Freude über weitere Kollegen gewichen.
2008 ist ein gutes Jahr für das Traditionsunternehmen, der Zeitpunkt für einen solchen Neuanfang samt Aufschwung könnte nicht besser sein: Im kommenden Jahr feiert Speck Pumpen 100-jähriges Bestehen.
Nach Feiern war der Belegschaft vor drei Jahren allerdings nun wahrlich nicht zumute. Fernöstliche Konkurrenz drückte die Verkaufspreise, erhöhte Rohstoffpreise verteuerten die Produktionskosten. Zwei der wichtigsten Faktoren, die das Unternehmen betriebswirtschaftlich immer mehr in die Enge trieben, bis es im Februar 2006 schließlich einen Insolvenzantrag stellen musste. Das Insolvenzverfahren wurde am 1. April jenen Jahres eröffnet, stellte sich aber nicht als schlechter Scherz, sondern als eine bitterernste Angelegenheit heraus. Die in München und Nürnberg ansässigen Insolvenzverwalter Werner Pöhlmann und Stefan Oppermann nahmen sich der Firma an. Sie fanden ein zahlungs- und handlungsunfähiges Unternehmen vor.
Überschuldet allerdings war es noch nicht. Man war der Meinung, dass der Betrieb durchaus fortgeführt werden konnte und deshalb nicht zerschlagen werden musste, erklärt Oppermann. Ein rettender Investor musste also her. Der wurde bald gefunden: Thomas Winter, der bereits
einem Lüftungsbauunternehmen der Region neuen Lebensatem einblies. Nun also sollte er bei Speck das Wasser abpumpen, das der Firma bis zum Hals stand.
Specks Markenzeichen sind hochleistungsfähige Kreiselpumpen für weltweite Kunden aus den verschiedensten Industriebereichen. Das Unternehmen hat seine Nische im global immer wichtiger werdenden Energiemarkt gefunden und kann so wohl zuversichtlich in die Zukunft blicken.
Winter krempelte die Ärmel hoch und legte los: Im August 2006 übernahm er wesentliche Bestandteile der Firma und begann mit seinem Team den Sanierungsprozess: "Wir haben Defizite aufgearbeitet und Managementfehler beseitigt", sagt Winter. Nachdem man sich einen Überblick über die Lage verschafft hatte, wurden Kompetenzbereiche neu gegliedert, Betriebsabläufe optimiert und damit Kosten reduziert. Die Umstrukturierung zeigte Sofortwirkung: Bereits im September 2006 habe man neue Mitarbeiter einstellen können, so Winter.
Um das Unternehmen weiter zu konsolidieren, strebte er weiteres Wachstum an. Doch genau jenes war am alten Firmengelände in Hilpoltstein nicht mehr erreichbar. So entschloss man sich gegen Sanierung und Erweiterung am Altstandort und ging mutig in die Offensive. Im August 2007, also ein Jahr nach der Übernahme, beantragte Winter einen Neubau am Gewerbegebiet Sindersdorf an der Autobahn. "Die Gemeinde war begeistert", schildert Winter die Reaktionen
aus dem Rathaus: Denn nicht nur das Unternehmen war gerettet, sondern auch der Standort gesichert.
Ende 2007 zog man beeindruckende Zwischenbilanz: Der Umsatz in jenem Geschäftsjahr war im Vergleich zu den beiden Vorjahren um 30 Prozent gestiegen. Die gute Auftragslage setzte sich fort.
Im April 2008 erfolgt der erste Spatenstich für das neue Firmengebäude – erneut kein Aprilscherz, aber diesmal ist allen Beteiligten deutlich mehr zum Lachen zumute als im April 2006. Im November nun kann das neue Domizil offiziell eingeweiht werden. Gerade rechtzeitig, um der "extrem gestiegenen Auftragslage" (Winter) gerecht zu werden. Neues Gebäude und neue Betriebsabläufe seien zudem optimal aufeinander abgestimmt, zeigt sich der Unternehmer erfreut.
Insgesamt hat das Areal eine Größe von 11 000 Quadratmetern, "die wir auch brauchen", erklärt Winter. Zudem habe er bereits die Zusage, in Richtung Westen wie Norden den Standort auf insgesamt 27 000 Quadratmeter ausdehnen zu dürfen. Erfreut man sich weiterhin so zahlreicher Aufträge wie in jüngster Zeit, werde man diese Option vielleicht schon früher als erwartet in Anspruch nehmen, prophezeit Winter.
Neuanfang auf Schutt und Asche
Speck weiht neuen Firmensitz ein
Hilpoltstein (HK) - Die Speck-Pumpenfabrik hat ihr neues Domizil im Gewerbegebiet Sindersdorf eingeweiht. Damit ist das Schreckgespenst der Insolvenz, welches das Unternehmen vor zweieinhalb Jahren heimsuchte, endgültig vertrieben.
Im Jahre 2006 schien es für die Firma keine Zukunft mehr zu geben, erläuterte der damalige Insolvenzverwalter Werner Pöhlmann bei der Einweihungsfeier des neuen Gebäudes. Er habe damals „ein überschuldetes und handlungsfähiges Unternehmen“ vorgefunden. Dieser Zustand änderte sich, als sich mit Thomas Winter ein Investor fand, dem es mit viel Engagement und hohem Kapitaleinsatz gelang, eine Kehrtwende einzuleiten.
Das Ergebnis ist „ein riesengroßer Neuanfang auf Schutt und Asche“, schilderte Pöhlmann drastisch. Denn Winter trat die Flucht nach an: Er wies nicht nur dem Gerichtsvollzieher die Tür, sondern bewies durch den Umzug von der Lohbachstraße ins Gewerbegebiet Sindersdorf unternehmerisches Geschick und Investitionsbereitschaft.
11000 Quadratmeter umfasst das neue Firmengelände, dessen Kernstück das neue Firmengebäude mit 4000 Quadratmetern bildet. Ein Fünftel davon beansprucht die Verwaltung, die für die Speck-Pumpenfabrik Hilpoltstein mit Niederlassungen in 27 Ländern ein wesentliches Element des Unternehmens darstellt.
In diesen Dimensionen kostet ein Bau nicht zur Zeit, sondern auch viel Geld und so musste alles zügig vonstatten gehen. „Wir waren sportlich unterwegs“, erklärte Winter bei der Einweihungsfeier. Er meinte damit nicht nur die zwei Jahre, die es brauchte, um aus der Insolvenz einen Neuanfang werden zu lassen, sondern auch das gute halbe Jahr vom ersten Spatenstich im April bis zur Fertigstellung des Neubaus im Oktober diesen Jahres. Er habe sich bewusst für den Erhalt des Standortes Hilpoltstein entschieden, so Winter. Mit dem Standort blieben auch die Arbeitsplätze erhalten, die in den letzten beiden Jahren sogar auf 75 Plätze aufgestockt wurden.
„Wir haben nicht nur saniert, sondern in die Zukunft investiert“, so Winters Fazit nach nunmehr komplett erfolgtem Umzug in die neuen Räume. Den Neubau samt technischer Finessen stellte Architekt Michael Flierl bei der Einweihungsfeier vor. Zum neuen Domizil gab es Glückwünsche von allen Seiten. Etwa von Bayerns neuer Wirtschaftssekretärin Katja Hessel, die betonte: „Unternehmer wie Winter bringen Bayern weiter“. Der Freistaat selbst hat dessen Ärmelhochkrempeln mit einer Förderung von 340000 Euro belohnt. Insgesamt schlug der Neubau mit 5,2 Millionen Euro zu Buche. Als Kreditgeber fand sich die Raiffeisenlandesbank Oberösterreich, für deren Zusage letztlich der gute Name des Unternehmens ausschlaggebend gewesen sei, wie ein Vertreter der Bank betonte. Doch auch eine gute Portion Eigenkapital steckt in dem Neubau.
Diesen umzusetzen, brauchte es gehörigen unternehmerischen Mut, den zur Einweihung auch Bundestagsabgeordnete Marina Schuster, Hilpoltsteins Bürgermeister Markus Mahl und Landrat Herbert Eckstein würdigten. Speck-Pumpen seien schon immer „ein Qualitätszeichen der gesamten Region“ gewesen, betonte Eckstein. Doch auch die besten Produkte brauchen gute Geschäftsideen, um Abnehmer zu finden. Eine unternehmerische Leistung, die die Politik nicht leisten könne, die Winter aber erbracht habe.
Auch einen der besten Speck-Kunden ließ Thomas Bärthlein vom oberpfälzer Fernsehsender OTV als Moderator des Abends zu Wort kommen: Roy Norum, seines Zeichens geschäftsführender Präsident der norwegischen „Marine group“, ein Speck-Partner seit 25 Jahren, der sich - um das technische Innenleben der Versorgungsschiffe der Ölindustrie kümmert und hierin Weltmarktführer ist. „Drei von vier Schiffen weltweit fahren mit Speck-Pumpen“, machte Norum die Bedeutung des Hilpoltsteiner Unternehmens deutlich. Auch Winter setzt verstärkt auf die Kooperation auf dem Energiesektor. „Das ist ein Nischemarkt mit gewaltigem Wachstum“, betonte er. Deswegen sei er auch trotz der hereinbrechenden Wirtschaftskrise zuversichtlich. „Wir werden wohl an der Krise vorbeischrammen“, so Winter. So werde es zwar einige Ausfälle geben, „aber die lassen sich verschmerzen“.
Von Jürgen Leykamm
Neubau als Standortsicherung
Speck Pumpenfabrik Hilpoltstein jetzt im Gewerbegebiet an der Autobahn
Hilpoltstein (un) – Mit einem großen Einweihungsfest feierte die Speck Pumpenfabrik Hilpoltstein den Umzug von der Lohbachstraße ins Gewerbegebiet an der Autobahn bei Sindersdorf.
Wirtschaftsstaatssekretärin Katja Hessel (FDP) lobte Thomas Winter, den geschäftsführenden Gesellschafter und Eigentümer der Firma Speck in Hilpoltstein, der es zusammen mit dem Insolvenzverwalter Dr. Stefan Hoppermann geschafft habe, dass die Pumpenfabrik nach ihrer Insolvenz vor zweieinhalb Jahren inzwischen wieder schwarze Zahlen schreibe und sich weltweit zu einem der führenden Spezialpumpenhersteller entwickelt habe. Musikalisch umrahmt wurde die Einweihungsfeier durch das „Axel Prasuhn Trio“ aus Regensburg, das gediegenen Jazz spielte. Für die Unterhaltung sorgte auch das „Improtheater Chamäleon“ mit mehreren Kurzauftritten.
Zügig gearbeitet
Geschäftsführer Thomas Winter erklärte, dass er die Pumpenfirma in Hilpoltstein am 1. August 2006 übernommen, wieder aufgebaut und 75 Arbeitsplätze vor Ort geschaffen habe. „Wir wollten eine Standortsicherheit und haben uns für einen Neubau im Gewerbegebiet an der Autobahn entschieden. Der Bau ging sehr schnell voran und konnte innerhalb von zwei Jahren abgeschlossen werden.“
Nach der Insolvenz der alten Pumpenfabrik in der Lohbachstraße 6 habe eine schlechte Stimmung geherrscht, berichtete der Geschäftsführer weiter. Inzwischen gebe es wieder sehr viele Kunden und Lieferanten, und die Pumpenfabrik Speck sei wieder ein zuverlässiger und wichtiger Arbeitgeber.
„Insolvenz kann auch einen Neuanfang bedeuten“, sagte Dr. Stefan Hoppermann als Vertreter der Insolvenzverwaltung. „Bei Speck Pumpen Hilpoltstein war der Neuanfang wie Phönix aus der Asche.“ Man habe es geschafft, dass keinem einzigen Arbeitnehmer gekündigt wurde. „Winter war sehr mutig, er hat eine hervorragende Bank und hervorragenden Berater gefunden.“
In einem riesengroßen Umfang sei neue investiert worden. „Es ist eine Symbiose gelungen, die ihresgleichen sucht.“
340000 Euro Zuschuss
Nach der kirchlichen Segnung des Neubaus der Pumpenfabrik durch Pater Amadeus berichtete die junge Staatssekretärin Katja Hessel, dass Thomas Winter einen Zuschuss von 360000 Euro beim Freistaat Bayern beantragt hatte; 340000 Euro seien bewilligt worden. „Solche Unternehmen wie Speckpumpen Hilpoltstein sind sehr wichtig, sie bringen den Freistaat weiter, auch in schlechten Zeiten“, meinte die 38-Jährige.
Großes Lob hatte Hessel auch für den Landkreis Roth mitgebracht. „Der Landkreis Roth hat die Arbeitslosenzahlen abgebaut, das ist vorbildlich“, lobte sie.
„Der Name Speckpumpen ist ein Qualitätszeichen im Landkreis und in der Region“, lobte Landrat Herbert Eckstein. Geschäftsführer Winter machte er ein großes Kompliment, weil dieser die Firma aus der Insolvenz geholt hatte. Es sei eine Gratwanderung, so Eckstein weiter, einen guten Insolvenzverwalter zu finden, er hatte gute Ideen und es ist gut gelungen.“
„Der Landkreis Roth hat nur wenig Unternehmen mit mehr als 200 Mitarbeitern, jedoch viele Unternehmen mit bis zu 100 Mitarbeitern“, berichtete der Landrat weiter, „wir haben eine Arbeitslosigkeit von 2,6 Prozent. Wenn die Autoindustrie hängt, dann hängen auch unser Zulieferer.“ Qualität setze sich dauerhaft durch, man könne im Mittelstand gut arbeiten. „Für eine große Krise ist viel Geld da, aber wenn ein kleiner Mittelständler hängt, ist kein Geld da“, kritisierte Herbert Eckstein. „Das kann es im Endeffekt nicht sein.“
Roy Norum aus Hvalstad bei Oslo, Norwegen, ein langjähriger Partner von Speck Pumpen und seit 25 Jahren der größte Kunde des Hilpoltsteiner Unternehmens, dankte der Firma Speck Pumpen für ihren Mut und beglückwünschte sie zum neuen Standort an der Autobahn. „Wir sind Marktführer“, sagte Norum. „Bei den Versorgungsschiffen der Ölindustrie fahren drei von vier Schiffen mit Speck-Pumpen. Dr. Christian Wetzel von der Raiffeisenbank Oberösterreich, die das 5,2 Millionen teuere Projekt mit finanziert hat, meinte, das die Firma Speck Pumpen weltweit einen sehr guten Namen habe.
60 Jahre Eisengeißerei Neuses
Kronach. In den nächsten Jahren investiert die Unternehmensgruppe „Winter.group Holding
GmbH“ in ihrer Eisengießerei in Neuses fünf Millionen Euro. Die Zahl der Beschäftigten soll
von 65 auf 100 anwachsen, Auszubildende werden übernommen. Wahrlich ein guter Grund,
um das 60-jährige Firmenjubiläum groß zu feiern.
Viele verfolgten das faszinierende Schauspiel des Schaugießens mit dem kleineren Elektro-
ofen, dass aber schon ein eindrucksvolles Bild der im flüssigen Eisen steckenden Naturge-
walten erahnen ließ.
Erschienen am 07.09.2008 08:40 - www.np-coburg.de
Frühlingsstimmung durch Spende von Thomas Winter
Amberg. (usc) Mit der bisher größten Einzelspende in Höhe von 5.000 Euro unterstützt der Hahnbacher Unternehmer Thomas Winter die Aktion "Hilfe zum Helfen" von Landrat Armin Nentwig. Winter, dessen Betriebe vorwiegend in Franken liegen, wollte damit seine Verbundenheit mit seiner Heimat unterstreichen. Weitere 5.000 Euro wird er der "Amberger Tafel" zur Verfügung stellen, kündigte er am Mittwoch bei seinem Besuch bei Landrat Armin Nentwig an.
Der gebürtige Sulzbach-Rosenberger erwarb in den vergangenen Jahren mehrere Firmen. Ihre Standorte befinden sich in Langenzenn, Fürth, Hilpoltstein und Kronach. Die Winter Group als Muttergesellschaft von vier Firmen hat ihren Verwaltungssitz in Hahnbach und plant für 2008 eine Verlegung nach Amberg.
Zur Firmengruppe gehört unter anderem Speck-Pumpen Hilpoltstein, deren Spezialanfertigungen in über 70 Länder der Erde exportiert werden. Die Krauss Lüftungsbau hat sich unter anderem in der Druckindustrie einen Namen gemacht hat. Ein Zweigwerk davon produziert im Rosenberger Industriegebiet. In der Eisengießerei Kronach entstehen hochwertige Gehäuse, zum Beispiel für Siemens-Windkraftgeneratoren. Die Gesellschaft Krauss-Management schließlich berät Firmen, etwa bei Effizienzverbesserung, bei Neuorientierung, bei Sanierungsfällen oder beim Generationswechsel.
Zurzeit beschäftigt die Winter Group 170 Mitarbeiter und wird im kommenden Jahr durch einen geplanten Zukauf weiter wachsen.
Landrat Armin Nentwig freute sich über die großherzige Spende, die in der Aktion "Hilfe zum helfen" sehr gut angelegt sei, sagte er. Für mögliche Aktivitäten im Landkreis bot er Thomas Winter die unbürokratisch und effizient arbeitende Wirtschaftsförderung seines Hauses an.
Insgesamt 10.000 Euro spendet Unternehmer Thomas Winter aus Hahnbach für die Region Amberg-Sulzbch. 5.000 Euro durfte als erster Landrat Armin Nentwig für seine Aktion "Hilfe zum helfen" entgegen nehmen. Weitere 5.000 Euro gehen noch an die "Amberger Tafel".
Quelle: www.kreis-as.de
Urkunde für Förderer der
AMBERGER TAFEL e.V.